WissensportalMobil Heizen & Kühlen

Glossar A–Z

Wer mobile Wärme bestellt, stolpert schnell über dieselbe Sprachverwirrung: „Mobile Heizung“ kann ein Heizlüfter, ein Warmlufterzeuger oder eine wassergeführte Heizzentrale sein. „Estrichtrocknung“ wird mit Bautrocknung vermischt, Kilowatt mit Kilowattstunden, Vorlauf mit Heizkurve. Dieses Glossar sammelt die Begriffe, die in Angeboten, Normen und Baubesprechungen immer wieder vorkommen – kurz definiert und, wo sinnvoll, mit einem Link zum ausführlichen Artikel.

Zentral sind die Entitäten Mobile Heizzentrale, Elektroheizzentrale, Estrichtrocknung und VDI 2035. Darum gruppieren sich Hydraulik (Weiche, Spreizung, Nennweite), Energieträger (Heizöl EL, Erdgas, Flüssiggas), Sicherheit (Abgas, MAG, FI) und Organisation (Mietwärme, Inbetriebnahmeprotokoll, Fernüberwachung).

Das Glossar ersetzt weder die Wissensdatenbank noch eine Herstellerangabe. Es soll verhindern, dass in der Anfrage das falsche Gerät landet, weil zwei Seiten dasselbe Wort unterschiedlich meinen. Für die Auslegung nutzen Sie den kW-Rechner, für den Ablauf die Einsatzgebiete. Blättern Sie alphabetisch oder springen Sie über die Buchstabenleiste.

Wo ein Begriff mehrere Lesarten hat, nennen wir die im Portal verwendete. „Notheizung“ meint hier die temporäre Einspeisung ins Bestandsnetz, nicht den einzelnen Heizlüfter in der Wohnung. „Belegreifheizen“ folgt dem Estrichprotokoll, nicht dem Gefühl, der Boden sei trocken. Diese Schärfe spart später Streit zwischen Gewerken.

Ergänzen Sie das Glossar durch die Artikel, nicht umgekehrt. Eine Definition in drei Sätzen kann keine Schlauchdimension und kein Estrichprotokoll ersetzen. Sie kann aber verhindern, dass in derselben Mail „24 kW Elektro“ und „ganzes Mehrfamilienhaus“ stehen. Wenn ein Begriff fehlt, schreiben Sie uns über die Kontaktseite; häufige Lücken nehmen wir in die nächste Aktualisierung auf.

A

Abgasanlage
Führung der Verbrennungsabgase ins Freie. Bei Öl- und Gasheizzentralen müssen Austritt, Richtung und Abstände zu Fenstern und Lüftungen beachtet werden.

Vertiefung: aufstellung brandschutz

Absicherung
Schutzorgan (Sicherung, Leitungsschutzschalter) passend zu Leitung und Gerät. Unterdimensionierte Absicherung führt zu Auslösung, überdimensionierte zu Leitungsrisiko.
Anhänger-Heizzentrale
Auf einem Pkw- oder Lkw-Anhänger montierte Heizzentrale. Schnell versetzbar, typisch 50–800 kW, oft mit integriertem Öltank.

Vertiefung: container vs anhaenger

Aufstellfläche
Tragfähiger, möglichst ebener Standort für Anhänger oder Container. Zufahrt, Kranbarkeit, Abstand zu Gebäuden und Fluchtwegen sind planungsrelevant.
Ausdehnungsgefäß
Druckhaltegefäß, das die Volumenänderung des Heizungswassers bei Temperaturwechsel aufnimmt. Mobile Anlagen haben meist ein eigenes; die Bestandsanlage ebenfalls.

B

Baubeheizung
Temporäre Beheizung von Roh- und Ausbaustellen, um Frostschäden zu vermeiden, Beton- und Putzarbeiten zu ermöglichen und Trocknungsprozesse zu steuern.

Vertiefung: baubeheizung winterbau

Belegreifheizen
Aufheizprotokoll nach dem Funktionsheizen, mit dem die Restfeuchte des Estrichs so weit reduziert wird, dass Bodenbeläge schadensfrei verlegt werden können. Voraussetzung ist ein dokumentierter Temperaturverlauf.

Vertiefung: estrichtrocknung

Betriebsanweisung
Schriftliche Vorgabe für den sicheren Betrieb. Bei gemieteten Anlagen sollte sie Einweisung, Not-Aus, Tankung, Störungskette und Zuständigkeiten enthalten.

C

Camlock
Hebelarmkupplung als Alternative zu Storz, ebenfalls für schnellen Schlauchanschluss mobiler Wärme- und Kälteanlagen.
CEE-Stecker
Rundstecker für Drehstrom, typisch 16 A (11 kW), 32 A (22 kW) und 63 A (44 kW) bei 400 V. Entscheidend für Elektroheizzentralen.

Vertiefung: stromanschluss elektro

CM-Messung
Calciumcarbid-Methode zur Bestimmung der Estrichfeuchte. Häufig Grundlage für die Belegreif-Freigabe, ergänzend zu Aufheizprotokollen.
Container-Heizzentrale
Heizzentrale, die in einem ISO- oder Sondercontainer verbaut ist. Vorteil: Witterungsschutz, große Leistung, gute Zugänglichkeit, oft kaskadierbar.

Vertiefung: container vs anhaenger

D

DIN EN 1264-4
Norm für fußbodenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme. Teil 4 beschreibt Installation und Inbetriebnahme, einschließlich Funktionsheizen von Estrichen.

Vertiefung: din en 1264 estrich

Druckverlust
Reibungsbedingter Druckabfall in Rohren, Schläuchen und Armaturen. Lange, enge oder unisolierte Schläuche können die nutzbare Leistung stark begrenzen.

Vertiefung: schlaeuche anschluesse

E

Elektroheizzentrale
Kompakte, elektrisch betriebene Heizzentrale, die Heizwasser über Heizstäbe oder Durchlauferhitzer erzeugt. Übliche Leistungsbereiche liegen zwischen 3 und 40 kW, vereinzelt bis etwa 80 kW. Besonders geeignet für Estrichtrocknung, kleine Notheizungen und Innenaufstellung.

Vertiefung: elektroheizzentrale, stromanschluss elektro

energieexpress.online
Fernüberwachungs- und Steuerungsplattform von EnergieExpress. Ermöglicht Statusmeldungen, Störungsalarm und aktive Regelung der Heizzentrale aus der Ferne.

Vertiefung: fernueberwachung

Erdgas
Leitungsgebundenes Brenngas. Mobile Gasheizzentralen können über Hausanschluss oder Bauanschluss versorgt werden, sofern Leistung und Druck ausreichen.
Estrichtrocknung
Kontrolliertes Aufheizen eines Fußbodenheizestrichs, damit dieser belegreif wird. Das Funktionsheizen und Belegreifheizen folgt in der Regel DIN EN 1264-4 und den Vorgaben des Estrichherstellers.

Vertiefung: estrichtrocknung, din en 1264 estrich

F

Fernwärme
Zentrale Wärmeversorgung über ein Leitungsnetz. Bei Störungen an Hausanschluss, Übergabe oder Trasse kommen mobile Heizzentralen als Überbrückung zum Einsatz.
Fernwärme-Übergabestation
Schnittstelle zwischen Wärmenetz und Gebäude. Fällt sie oder die Netzleitung aus, kann eine mobile Heizzentrale den Gebäudekreis temporär versorgen.

Vertiefung: fernwaerme ueberbrueckung

Festwertregelung
Regelung, die eine konstante Vorlauftemperatur hält. Standard bei vielen mobilen Heizzentralen, besonders bei Estrichtrocknung und definierten Prozesswerten.
FI / RCD
Fehlerstrom-Schutzschalter. Auf Baustellen und bei mobilen Elektrogeräten vorgeschrieben bzw. Stand der Technik. Allstromsensitive Typen können bei Frequenzumrichtern nötig sein.
Flüssiggas / LPG
Propan/Butan in Druckbehältern. Alternative zu Erdgas, wenn kein Netzanschluss vorhanden ist. Lager- und Abstandsregeln beachten.
Frostschutz
Maßnahmen, die ein Einfrieren von Rohrleitungen, Heizflächen und Wasser führenden Bauteilen verhindern. Bereits geringe Dauerleistungen können ausreichen, wenn die Hülle geschlossen ist.
Funktionsheizen
Erstes kontrolliertes Aufheizen eines Estrichs, um die Funktion der Fußbodenheizung zu prüfen und Spannungen im Estrich gezielt abzubauen.

Vertiefung: estrichtrocknung

G

Gasheizzentrale
Mobile Heizzentrale mit Gasbrenner, betrieben mit Erdgas oder Flüssiggas (LPG). Vorteilhaft bei vorhandenem Gasanschluss oder wenn Abgas- und Lagervorschriften für Öl ungünstig sind.

Vertiefung: gasheizzentrale

Glykol / Frostschutzmittel
Zusatz im Heiz- oder Kühlkreis, der den Gefrierpunkt senkt. Konzentration beeinflusst Viskosität, Pumpenauslegung und Wärmeübertragung. Materialverträglichkeit prüfen.

H

Heizkurve
Zusammenhang zwischen Außentemperatur und Vorlauftemperatur. Mobile Anlagen werden oft mit Festwert gefahren; eine witterungsgeführte Kurve ist bei längeren Einsätzen effizienter.

Vertiefung: vorlauftemperatur heizkurve

Heizlast
Wärmeleistung, die ein Gebäude oder eine Nutzung bei Auslegungsbedingungen benötigt. Für mobile Einsätze wird sie oft überschlägig in W/m² oder W/m³ abgeschätzt und mit Sicherheitszuschlägen versehen.

Vertiefung: kw bedarf berechnen

Heizöl EL
Heizöl extra leicht, Standardbrennstoff vieler Öl-Heizzentralen. Schwefelarme Qualitäten sind Stand der Technik.
Heizschlauch / Vorlaufschlauch
Flexibler, oft isolierter Schlauch zur Verbindung von Heizzentrale und Anlage. Typische Nennweiten DN 25 bis DN 100. Länge, Isolierung und Verlegung beeinflussen Druckverlust und Wärmeverluste.

Vertiefung: schlaeuche anschluesse

Hilfsenergie
Strombedarf für Pumpen, Regelung, Gebläse und Überwachung – auch bei Öl- und Gasanlagen. Muss bei der Anschlussplanung berücksichtigt werden.
Hydraulische Weiche
Bauteil zur Entkopplung von Erzeuger- und Verbraucherkreis. Bei mobilen Heizzentralen oft sinnvoll, wenn Pumpen der Bestandsanlage und der Mobilheizung kollidieren würden.

Vertiefung: anschluss bestandsanlage

I

Inbetriebnahmeprotokoll
Dokumentation von Drücken, Temperaturen, Wasserqualität, elektrischen Anschlüssen und Sicherheitschecks bei Start der Anlage.

Vertiefung: inbetriebnahme wartung

J

Jahresarbeitszahl / COP
Kennzahlen für Wärmepumpen. Mobile Elektroheizzentralen mit Heizstab haben COP ≈ 1, sind aber einfach, präzise und innenaufstellbar.

K

Kaltwassersatz
Kältemaschine, die Wasser oder ein Wasser-Glykol-Gemisch herunterkühlt. Mobile Kaltwassersätze ersetzen temporär zentrale Kälteanlagen oder versorgen Event- und Prozessanwendungen.

Vertiefung: mobile kuehlung

Kaskade
Parallel- oder Stufenschaltung mehrerer Heizzentralen, um Leistung zu erhöhen oder Redundanz zu schaffen.
kW
Kilowatt, Einheit der Leistung. 1 kW = 1.000 Watt. Mobile Heizzentralen werden in kW Heizleistung angegeben, nicht in kWh (das ist Arbeit bzw. Energie).
kWh
Kilowattstunde, Einheit der Energie. Eine 20-kW-Heizzentrale, die 10 Stunden mit Nennleistung läuft, setzt rechnerisch 200 kWh um.

L

Legionellen
Bakterien, die in Trinkwarmwasser problematisch werden können. Mobile Heizzentralen versorgen in der Regel den Heizkreis, nicht das Trinkwasser. Trennung ist Pflicht.
Luftwechsel
Wie oft das Raumvolumen pro Stunde ausgetauscht wird. Offene Baustellen haben hohe Luftwechsel und damit hohen Wärmebedarf.

M

MAG
Membran-Ausdehnungsgefäß, gängige Bauform des Ausdehnungsgefäßes in Heizungsanlagen.
Mietwärme
Geschäftsmodell, bei dem Wärmeerzeugung, oft inklusive Anlieferung, Aufstellung und teilweise Betrieb, zeitlich befristet gemietet wird.

Vertiefung: miete vs kauf

Mobile Heizzentrale
Eine transportable Wärmeerzeugungsanlage, die temporär Heizwasser erzeugt und über Schläuche oder Festverrohrung an ein bestehendes oder provisorisches Heizsystem angeschlossen wird. Typische Bauformen sind Anhänger, Container und kompakte Elektromodule.

Vertiefung: mobile heizzentrale, elektroheizzentrale

N

Nahwärme
Wärmenetz auf Quartiers- oder Ortsteilebene, oft mit niedrigeren Temperaturen und kürzeren Leitungen als klassische Fernwärme.

Vertiefung: fernwaerme ueberbrueckung

Nennweite (DN)
Genormte Größenangabe für Rohre und Armaturen. DN 50 entspricht grob 2 Zoll. Für höhere Leistungen sind größere Nennweiten nötig.
Notheizung
Temporäre Wärmeversorgung, wenn die Bestandsheizung ausgefallen ist oder planmäßig außer Betrieb genommen wird. Ziel ist der Erhalt von Wohn- oder Betriebsfähigkeit sowie Frostschutz.

Vertiefung: notheizung heizungsausfall

Ö

Ölheizzentrale
Mobile Heizzentrale mit Ölbrenner, internem oder externem Heizöltank und Heizkessel. Leistungsklassen typischerweise 50–1.000 kW auf Anhängern, in Containern deutlich höher. Unabhängig vom Stromnetz bis auf Hilfsenergie.

Vertiefung: oelheizzentrale, elektro vs oel vs gas

P

Plattenwärmeübertrager
Wärmetauscher, der zwei Wasserkreise voneinander trennt. Wird genutzt, wenn das Bestandsheizungswasser nicht mit der Mobilheizung vermischt werden soll oder Drücke/Qualitäten unterschiedlich sind.
Primärkreis / Sekundärkreis
Primärkreis bezeichnet den Kreis der mobilen Heizzentrale, Sekundärkreis das Bestands- oder Baustellensystem. Die Trennung erfolgt über Weiche, Plattenwärmeübertrager oder direkte Einbindung.
Prozesskälte
Kälte, die nicht dem Raumkomfort, sondern einem technischen Prozess dient (Maschinenkühlung, Lebensmittel, Chemie, Rechenzentren).

Vertiefung: prozesskaelte

R

Redundanz
Zusätzliche Kapazität oder ein zweites Gerät, das bei Ausfall die Versorgung aufrechterhält. Bei kritischen Objekten (Pflege, Produktion, Netze) oft unverzichtbar.
Rücklauftemperatur
Temperatur des Heizwassers, das aus dem System zur Heizzentrale zurückkehrt. Die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf ist ein Indikator für hydraulische Einbindung und Wärmeabnahme.

S

Schalldruckpegel
Maß für die Lautstärke in dB(A). Relevant bei Innenstadteinsätzen, Nachtbetrieb und Wohnlagen. Elektroheizzentralen sind deutlich leiser als Brenneranlagen.
Sicherheitsventil
Armatur, die bei Überschreiten des zulässigen Drucks Wasser oder Dampf abbläst. Ansprechdruck muss zur Anlage passen, Abblaseleitung gefahrlos führen.
Spreizung
Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur. Üblich sind 10–20 K. Eine sehr kleine Spreizung deutet auf hohen Volumenstrom oder geringe Abnahme hin.
Storz-Kupplung
Schnellkupplung, die im mobilen Wärmebereich häufig für Heizschläuche verwendet wird. Größen müssen zu Schlauch und Armatur passen.

T

TCO
Total Cost of Ownership: Summe aus Anschaffung oder Miete, Energie, Personal, Wartung, Ausfallrisiko und Kapitalbindung über die Nutzungsdauer.
Trinkwassertrennung
Heizwasser und Trinkwasser dürfen nicht verbunden werden. Für Warmwasserbereitung braucht es einen getrennten Wärmeübertrager oder die Bestandsanlage.

U

U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²K). Je kleiner, desto besser die Dämmung. Wichtig für überschlägige Heizlastabschätzungen.
Umwälzpumpe
Pumpe, die das Heizwasser im Kreis bewegt. Bei mobilen Einsätzen müssen Förderhöhe, Volumenstrom und Parallelbetrieb mit Bestandspumpen abgestimmt werden.

V

VDI 2035
Richtlinie zur Vermeidung von Steinbildung und wasserseitiger Korrosion in Warmwasserheizungsanlagen. Sie definiert Grenzwerte für Härte, pH-Wert und Leitfähigkeit des Füll- und Heizungswassers.

Vertiefung: vdi 2035 heizungswasser

Vorlauftemperatur
Temperatur des Heizwassers, das die Heizzentrale in das System einspeist. Fußbodenheizungen arbeiten oft mit 30–45 °C, Heizkörper mit 50–75 °C, Prozessanwendungen teilweise höher.

Vertiefung: vorlauftemperatur heizkurve

W

Weishaupt-Brenner
Weit verbreitete Industriebrenner für Öl und Gas. EnergieExpress setzt bei Öl-/Gas-Heizzentralen konsequent auf Weishaupt, unter anderem wegen Serviceabdeckung.
Wirkungsgrad
Verhältnis von nutzbarer Wärme zu zugeführter Energie. Moderne Brenneranlagen erreichen hohe Feuerungswirkungsgrade; Verteilverluste über Schläuche kommen hinzu.